Auftaktveranstaltung Landkreis NEA im Wandel

30.9.2019 Neustadt/Aisch. Wie gelingt es, einen Landkreis im Wandel positiv zu gestalten, der auf die ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit mit zukunftsgerechten Antworten reagiert? Die Transition Bewegung stellte sich jüngst mit der Auftaktveranstaltung „Landkreis NEA im Wandel – Transition Town – Was ist das?“ als passgenaue und einladende Antwort dazu vor. Ca. 40 Interessierte erlebten einen ungewöhnlichen und inspirierenden Abend.

Drei Akteur*innen von Transition Town Bamberg berichteten von ihrer fünfjährigen Erfahrung mit der Initiative und erläuterten, wie Ideen wachsen und bürgerschaftlich und gemeinsam in die Tat umgesetzt werden. Für die engagierte und gelingende Zusammenarbeit sei Ungezwungenheit, Freude, ein achtsamer und wertschätzender Umgang miteinander, wie auch das Erleben von Wirksamkeit von entscheidender Bedeutung. In Bamberg gab der Film „Voices of Transition“ den Impuls zu der erfolgreich agierenden Bewegung mit vielen Arbeitskreisen und Aktionen. Einmal im Monat trifft man sich dort im Plenum zum Austausch mit 30 bis 60 Personen.
Weder im Plenum noch in den verschiedenen Arbeitsgruppen gibt es Hierarchien. Die unterschiedlichen Projekte werden selbstverantwortlich von einer Arbeitsgruppe getragen und gestaltet.
In Bamberg sind z.B. der Selbsterntegarten, urban gardening, Solidarische Landwirtschaft, Tiny House Gruppe oder ein Reparatur Café entstanden. Wichtiges Prinzip der Transition Bewegung sei, immer wieder zu prüfen, ob man mit dem Maß seines Engagement zufrieden sei. Bevor Zwang und Verpflichtungsgefühl entstünden, sei es besser Gruppen auch einmal ruhen zu lassen oder sie aufzulösen. Das Wissen um die Freiwilligkeit des eigenen Beitrags ermögliche echte Begegnungen, Spaß und eine erstaunliche Motivation, dran zu bleiben.
Nach dem Vorbild der Bamberg Transition Bewegung gab es auch in Neustadt ein Kreisgespräch. Der Gedanke dabei: jeder sieht jeden und jeder ist gleich wichtig. Die Frage in die Runde „Was treibt dich an“ brachte viele Ideen und Bedürfnisse der Teilnehmer*innen an den Tag und zeigte die große Bereitschaft vieler, sich selbst für einen positiven Wandel aktiv, kreativ und ohne Aufschub einzusetzen. Eine kleine Auswahl:

  • fahrradfreundlicher Landkreis
  • belebte Innenstadt Neustadt
  • Motivationsgruppe, um gesetzte Ziele besser zu erreichen
  • insektenfreundliche Stadt
  • eine Übersicht, wo es nachhaltige Produkte gibt
  • Abfälle, insbesondere Plastikmüll, vermeiden
  • Fridays for Future unterstützen
  • eine Geschenkeladen ohne Geldfluß
  • unser Landkreis als Klimakommune
  • Gesundheitsbewußte Lebensweise

Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden, wie z.B. Nachbarschaftshilfen und Freiwilligenvermittlung, die die Caritas anbietet. Hier gilt es, Positives weiter zu bestärken und bekannter zu machen.

Um  die vielen Idee und Handelungsimpulse aufzugreifen, konnten sich die Teilnehmer*innen am Ende um verschiedene Themenplakate herum sammeln und so gleich den Grundstein für eine künftige Arbeitsgruppe legen. Die Bamberger Aktiven gaben Tipps, wie Gruppentreffen erfolgreich und motivierend gestaltet werden können und verteilten zur Unterstützung ein Merkblatt.

Zum Verpackungsfreien Einkauf hat die Transition Bewegung “Landkreis NEA im Wandel” bereits eine Aktion auf den Weg gebracht. Alle Geschäfte im Landkreis NEA, die Frischwaren, wie Wurst, Käse, Fisch, Gemüse oder Backwaren in die mitgebrachten Behältnisse ihrer Kund*innen verpacken, werden in den nächsten Wochen gesammelt und sind auf der Hompage der Initiative “Landkreis NEA im Wandel” zu finden. Auch ein Hinweisschild in den jeweiligen Geschäften zeigt künftig den Kund*innen an, dass sie hier verpackungsfrei einkaufen und au f diese Weise Plastikmüll reduzieren können. Geschäfte, die sich an der Aktion beteiligen möchten, bittet die Initiative, Informationen zur Aktion per Mail anzufordern unter ed.le1575618099dnaw-1575618099mi-ne1575618099hcrik1575618099sme@o1575618099fni1575618099

Das 4-köpfige Organisationsteam Karin Kloth, Jürgen Osterlänger, Karin Schiller und Evi Schöllmann war mit der Resonanz und dem Verlauf hoch zufrieden und ist guter Dinge, dass die Initiative „Landkreis NEA im Wandel“ Früchte tragen wird. Die gestellte Frage „Worauf warten wir noch?“ wird von vielen hoffentlich so beantwortet: einfach.jetzt.machen.